Die Salzmanns fragten sich, was sie mit ihrem Haus und dem Bauland machen könnten.
Salzmann wandte sich dann an das auf Immobilien spezialisierte Büro «Raumpioniere» Deren Mitgründer und Architekt Atilla Färber (48) ist auf Verdichtung spezialisiert. Das Büro hat eine Software entwickelt, die das Verdichtungspotenzial für einzelne Projekte oder ganze Städte berechnen soll. «Unsere Mission ist es, private Eigenheimbesitzer aufzuklären und Verdichtung populär zu machen», sagt Färber. In der Schweiz gibt es rund 1,1 Millionen Einfamilienhäuser. Etwa 450 000 davon gehören der Generation der Boomer.
Die meisten davon leben in Ein- bis Zwei-Personen Haushalten.
Das heisst: Viele Zimmer leer. Die Software der Raumpioniere kann Liegenschaftsbesitzern Auskunft darüber geben, ob und in welchem Umfang sich ein Ausbau lohnen würde. Sie berücksichtigt wichtige Faktoren wie Bauzone, Nutzungsgrad und Bebauungspotenzial der Liegenschaft. Auch Alter und Zustand der Gebäude wird berücksichtigt.
Liegenschaften mit Potenzial sind demnach älter als 50 Jahre, stehen auf einer nicht optimal ausgenutzten Bauparzelle in einer Wohn-, Misch- und Zentrumszone.
Nach diesen Kriterien könnten in Ein- und Mehrfamilienhäusern in Winterthur ZH beispielsweise Wohnraum für 10 300 zusätzliche Anwohnerinnen und Anwohner geschaffen werden. In der Stadt Zug sind es mit 1400 deutlich weniger. In der Agglomeration von St. Gallen könnte laut dem Unternehmen Raumpioniere Wohnraum für 4500 Menschen zusätzlich geschaffen werden. Und in der ländlichen Region von Schaffhausen würde der Ausbau von Ein- und Mehrfamilienhäusern Wohnraum für weitere 2000 Menschen bringen, rechnet Färber vor.